Google Earth bringt Japan in Aufregung
Frankfurt, den 22.05.2009Die Globussoftware Google Earth sorgte kürzlich für Aufregung im Kaiserreich Japan. Hintergrund sind alte Karten aus der Feudalzeit, die bis ins japanische Feudalsystem zurückreichen und auf denen Wohngebiete der niederen Kasten eingezeichnet sind. Die Kaste auf der untersten Hierarchie-Stufe wurde Burakumin genannt. Die Arbeiten der Menschen dieser Kaste war in der Regel mit dem Tod verbunden. Sie starben beim Ausheben von Gräbern, Gerben oder Schlachten. Obwohl die damaligen Wohngebiete der Burakumin heute nicht mehr existieren und längst den Großstädten angehören, werden Bewohner aus diesen Gebieten noch immer diskriminiert. So wurde beispielsweise bekannt, dass vor Personaleinstellungen bei Verdacht genau geprüft wird, ob ein Bewerber ein Nachfahre der Burakumin-Kaste ist. Drei Millionen Burakumin - Nachkommen soll es Schätzungen zufolge noch geben. Vor Veröffentlichung der Karten durch Google Earth waren die Wohngebiete der Buraku relativ unbekannt. Mit einem Klick wurden die heute dort liegenden Straßen und Gebäude aufgezeigt. Die Führer der Buraku sind dabei verärgert, dass es keine weitere Erläuterung zum geschichtlichen Hintergrund gibt. Nun droht dem Suchmaschinenanbieter eine Untersuchung des Justizministeriums und muss sich den Vorwürfen der Vorurteilsverbreitung stellen. Mittlerweile wurden die Karten verändert und Anhaltspunkte auf die Burakumin gelöscht. Eine Stellungnahme von Google gab es bislang nicht.
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